Das Medikament wird von dem Arzt in den Dupuytren’schen Strang injiziert. Nach der Injektion soll die Hand ca. 24 Stunden geschont und nicht aktiv bewegt werden. Am nächsten Tag wird dann in örtlicher Betäubung der behandelte Finger vom Arzt gestreckt. Da Xiapex bei allen Strukturen wirkt, die kollagene Fasern enthalten (also auch auf Sehnen, Bänder etc.), wird seitens des Herstellers empfohlen, dass Xiapex lediglich von Handchirurgen angewendet werden soll. Sprechen Sie ausführlich mit Dr. Scheersoi über die Risiken und Erfolge sowie die sinnvolle Anwendung von Xiapex in Ihrem individuellen Fall.
In ausgewählten Fällen stellt anstelle der medikamentösen Behandlung auch die Nadelfasciotomie von einzelnen Dupyutren’schenSträngen ein sinnvolles Behandlungskonzept der Erkrankung dar. Hierbei werden die Stränge unter örtlicher Betäubung angeritzt, und der betroffene Finger wird gestreckt.
Nach dieser schnellen und wenig invasiven Behandlungtretenallerdings Bewegungseinschränkungen im Vergleich zu den anderen Behandlungsmethoden deutlich häufiger wieder auf.
Wie läuft die operative Behandlung ab?
Die Indikation zur operativen Behandlung ergibt sich aus dem Ausprägungsgrad der Erkrankung und dem individuellen Patiententyp. Die einzig effektive operative Therapie besteht in der Durchtrennung und Entfernung der bindegewebigen Verhärtungen aus der Hohlhand sowie der Beugeseite der Finger.
Die Operation wird in der Regel als stationäre Behandlung durchgeführt. Der Arm wird dabei regional betäubt (Plexusanästhesie: Blockade des Armnervengeflechtes mittels örtlicher Betäubungsmittel). Die operierte Hand wird in einem Kompressionspolsterverband und mit Hilfe einer Gipsschiene ruhig gestellt. Hochlagerung und ausgiebige Kühlung helfen, eine operationsbedingte Schwellung zu vermeiden.
Womit ist nach der Operation zu rechnen?
Im Verlauf der ersten Woche wird die Gipsschiene entfernt und mit Bewegungsübungen der Finger begonnen. Am Ende der zweiten Woche können - nach Entfernen der Fäden an den Hautnähten - Handbäder angeschlossen werden. Unter Umständen sind krankengymnastische Übungsbehandlungen notwendig. Insgesamt ist mit einer Erholungszeit der operierten Hand von 4 bis 6 Wochen zu rechnen.
Dupuytren´sche Kontraktur
Die Dupuytren’sche Erkrankung ist eine gutartige Bindegewebserkrankung der Hand, die zu den häufigsten operationsbedürftigen Diagnosen in der Handchirurgie zählt. Die Ursache der Erkrankung ist ungeklärt. Ihr Name geht auf den Erstbeschreiber Baron Guillaume Dupuytren (1777-1835) zurück, einen namhaften französischen Chirurgen.
Die Erkrankung tritt durch Verhärtungen in der Handinnenfläche mit Knoten- und Strangbildungen in Erscheinung. Diese Veränderungen gehen der dortigen Bindegewebeschicht aus. Im weiteren, meist langjährigen, Verlauf können in Folge einer zunehmenden Schrumpfung der Bindegewebsverhärtungen die Finger nicht mehr ausgestreckt werden. Die Fingerbeugesehnen sind dabei nicht etwa verkürzt. Die Dupuytren’sche Erkrankung wird durch die ärztliche Untersuchung der Hand festgestellt. Spezielle zusätzliche Untersuchungen sind im Regelfall nicht erforderlich.
Nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten:
Neben der operativen Behandlung steht seit 2011in Deutschland auch das Medikament Xiapex(eine mikrobielle Kollagenase) zur Verfügung mit dem sich die Bindegewebsstränge bei der Dupuytren’schen Erkrankung lösen lassen.