Sulcus Nervi ulnaris Syndrom (Kompressionssyndrom des Ellennervens)
Die Erkrankung des Ellennervens durch chronische Druckschädigung im Bereich des Ellbogengelenks ist die zweithäufigste Nervendruckerkrankung in der Handchirurgie.
Der Ellennerv (Nervus ulnaris) verläuft an der Innenseite des Ellbogengelenks in einer knöchernen Rinne (Sulcus) auf seinen Weg vom Oberarm auf den Unterarm. In diesem relativ engen Kanal ist eine Druckschädigung des Ulnarisnervens möglich. Häufig auch als Spätfolge eines Ellbogengelenkbruches oder Verschleiß des Ellbogengelenks.
Die Funktionsstörung des Ellennervens zeigt unter durch Taubheit und Missempfindungen in Klein- und Ringfinger, Schwäche beim Faustschluss, Kraftverlust des Daumens, Unfähigkeit den Kleinfinger an den Ringfinger anzulegen, Verschmächtigung des Kleinfingerballens und der Mittelhandmuskeln
Die Funktionsstörung des Ellennervens ist also mehr durch Schwächung der Handmuskulatur als durch Gefühlsstörungen bestimmt. Die Erkrankung lässt sich häufig bereits durch Untersuchung der Greiffunktion der Hand erkennen. Jedoch sollte auch hier in jedem Falle eine Nervenstrommessung den Erkrankungsverdacht bestätigen und andere Ursachen ausschließen.
Wie läuft die Behandlung ab?
In den meisten Fällen ist eine operative Behandlung angezeigt, um eine dauerhafte Lähmung der Handmuskeln zu vermeiden. Die Operation besteht wie bei dem Karpaltunnelsyndrom in einer Freilegung und Druckentlastung des Nervens von einschnürendem Gewebe. In manchen Fällen wird der Nerv aus seiner Rinne auf die Vorderseite des Ellbogengelenks in das Unterhautfettgewebe verlagert. Der größere operative Aufwand verlangt häufig einen stationären Aufenthalt.
Was erwartet mich nach der Operation:
In der Regel ist mit einem ein bis zwei tägigen stationären Aufenthalt zu rechnen. Eine Ruhigstellung in einer Oberarmgips- oder Kunststoffschiene ist für zwei Wochen angezeigt, dann wird auch das Nahtmaterial entfernt und mit Bewegungsübungen begonnen. Eine volle Belastung des Armes sollte für ca. 4 Wochen gemieden werden. Gefühlsstörungen erholen sich erfahrungsgemäß deutlich besser, während insbesondere bereits langfristig gelähmte Muskeln sich nur unvollständig erholen.
